Dr. med. Jan Ulmer (29.10.2002 in www.facharzt.de)
Kammerpräsident lobt Ulla Schmidts Vorschaltgesetz
Warum neue Beitragszahler-Kreise und weitere Einkommensarten zur Finanzierung definieren? Die Solidargemeinschaft ist der Staat! Also werden die Anteile am Gesundheitswesen, die solidarisch getragen werden sollen vom Staat (sprich: aus Steuermitteln, die ja alle Einkomensarten umfassen) finanziert. Die Anteile, die individuell getragen werden sollen, müssen dann von jedem selbst oder über eine Form der Versicherung abgedeckt werden.
Es scheint mir ein Paradox vorzuliegen, daß auf der einen Seite eine größtmögliche Souveränität des Patienten verlangt wird, wenn es darum geht, vor einem ärztlichen Eingriff den leidenden, von Angst gequälten Menschen, mit allen möglichen Eventualitäten der Behandlungsfolgen zu konfrontieren, nur um den Arzt vor dem möglichen Vorwurf der Körperverletzung zu bewahren. Auf der anderen Seite wird dem gesunden, im Vollbesitz seiner Kräfte stehenden Bürger aber die Souveränität, sich um die Versorgung im Krankheitsfalle zu kümmern, Vorsorge zu treffen und Risikoanteile selbst zu tragen, abgesprochen. Hier muß die Verantwortung in Gänze von der Solidargemeinschaft getragen werden. Ist das ehrlich? Oder sind wir einfach nicht in der Lage, ein ausgewogenes Modell zwischen Eigenverantwortung und Entmündigung zu entwerfen und so ein Gleichgewicht zwischen Ausgaben und Einnahmen herbeizuführen?
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